Matthias S. aus Halle – unschuldig in der Psychiatrie weil er betrügerische Handlungen nachweisen kann?

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Matthias S. aus Halle – unschuldig in der Psychiatrie weil betrügerische Handlungen nachweisen kann?

Die Schlagzeile hätte auch lauten können :“Wie dich Handwerkerfusch in die Psychiatrie bringen kann“.

Matthias S. (55) aus Halle (Saale) ist nach eigenen Angaben Dipl.-Ingenieur
und seit diesem Jahr Jura-Student an einer deutschen Universität.
Zurzeit ist er gegen seinen Willen in der geschützten (geschlossenen)
Psychiatrie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg untergebracht. Er
machte auf uns einen aufgeräumten, menschlichen Eindruck, kann sich klar
und deutlich äußern. Er hat uns erzählt, wie es dazu gekommen ist, dass er in
die geschützte Psychiatrie eingeliefert wurde.
 
Angefangen hatte es damit, dass in seinem Einfamilienhaus Holztreppen und
-dielen neu eingebaut wurden. Die Treppen waren jedoch von Anfang an
mangelhaft, da sie nicht dem Regelwerk Holztreppenbau entsprechen. Fünf
Wochen nach der Montage war bereits eine tragende Treppenwange gerissen.
Da S. zu diesem Zeitpunkt die Rechnung bereits bezahlt hatte, verlangte er die
Reparatur, die ihm nach Besichtigung durch den Handwerksmeister und
Firmeninhaber B. auch zugesagt wurde. Die Gewährleistungsreparatur erfolgte
aber nicht fachgerecht. Eine Besichtigung der Treppen wurde vom Inhaber der
Treppenbaufirma B. abgelehnt, so dass S. gezwungen war, ein gerichtliches
Beweisverfahren einzuleiten. Mit der Erstellung des erforderlichen
Gutachtens wurde entgegen dem Willen der Hauseigentümer ein Gutachter
der Handwerkskammer Halle beauftragt. Die Hauseigentümer hatten wegen
des Verdachts der Befangenheit (Gutachter und Treppenbauer sind im
gleichen Kammerbezirk HWK Halle tätig) einen Gutachter der IHK Halle-
Dessau verlangt. Das Gericht folgte dem jedoch dem Antrag des
Treppenbauers B.
 
Der Gerichtsgutachter erstellte dann ein absolut mangelhaftes
Gefälligkeitsgutachten zugunsten seines Kollegen Treppenbauer. Das Gericht
bezeichnete das Gutachten trotz vehementer Einsprüche seitens S. als
verwertbar und lehnte ein Obergutachten ab.
Daraufhin erstattete S. am 13.03.2015 Strafanzeige gegen den Gutachter
wegen Betrugs. Das Ermittlungsverfahren wurde nur zum Schein geführt – das
hat die spätere Akteneinsicht mit dem Rechtsanwalt des S. ergeben, und am
04.01.2016 eingestellt. Daraufhin ließ S. ein Privatgutachten durch einen
öffentlich bestellten und vereidigten Bausachverständigen der Industrie- und
Handelskammer Halle-Dessau erstellen, dass im Vergleich zum Gutachten des
Gerichtsgutachters der Handwerkskammer einen um bis zu mehr als das 10-
fache höheren Schaden ausweist.
Es folgten weitere Anzeigen gegen den Handwerker wegen Betrug, gegen die
Richter wegen Rechtsbeugung und gegen die Staatsanwälte, die angeblich
gegen Treppenbauer B und Gutachter L ermittelt hatten, wegen
Strafvereitelung im Amt und gegen weitere Justizmitarbeiter, die die
Beschwerden als „unbegründet“ zurückgewiesen hatten, wegen
Rechtsbeugung, Strafvereitelung im Amt und Nötigung. Alle
Ermittlungsverfahren wurden eingestellt bzw. gar nicht erst eröffnet.
Teilweise hatten die Staatsanwälte quasi gegen sich selbst (nicht) ermittelt,
warum auch?
 
Das ging dann so weiter, bis immer höhere Instanzen folgten. Anfangs bekam
Herr S. Rückmeldung, wie es um seine Strafanzeigen stehe. Doch das hörte
dann plötzlich auf.
Die Behörden und Organe des Staates meldeten sich ab April 2017 gar nicht
mehr bei dem Verbraucher S. Stattdessen wurde offensichtlich im Hintergrund
eifrig daran gearbeitet, Herrn S. „mundtot“ zu machen bzw. einzuschüchtern.
Sieben Mal stand die bewaffnete Polizei mit Streifenwagen und Uniform vor
der Haustür von S., so dass Nachbarn schon dachten, S. sei ein Straftäter.
Die Stadt Halle bereitete die Einweisung des Herrn S. in die geschützte
Psychiatrie vor, wovon Herr S. jedoch nichts wusste und offenbar auch nichts
ahnte. Grundlage dafür war eine haltlose und unbegründete Strafanzeige
wegen einer angeblichen Bedrohung des Gutachters L. durch den Betroffenen
S. Nur aufgrund dieser Behauptung erfolgte eine Hausdurchsuchung nach
einer Waffe und die Zwangseinweisung in die geschützte Psychiatrie.
Herr S. wurde sogar sofort fixiert Fünf-Punkt-Fixierung, weil er sich gegen die
Zwangseinweisung gewehrt hatte. Ein schriftlicher Bescheid der Justiz lag zu
diesem Zeitpunkt nicht vor.
 
Nach eigenen Angaben wird Herr S. gezwungen, Medikamente einzunehmen,
sonst drohe ihm die erneute Fixierung.
Mittlerweile wurde der Beschluss der Einweisung wieder aufgehoben – er hat
nur „Freigang“ und darf an der Bestattung seines Schiegervaters teilnehmen
und Weihnachten zu Hause bei seiner Frau sein.
 
 

Hier sieht man also, was passieren kann, wenn man sich gegen Handwerkerfusch und Behörden/Staatsorgane zur Wehr setzt!

Matthias S. aus Halle - unschuldig in der Psychiatrie weil betrügerische Handlungen nachweisen kann

Matthias S. aus Halle - unschuldig in der Psychiatrie weil betrügerische Handlungen nachweisen kann

Wir haben über Twitter von diesem Vorfall gelesen und uns entschlossen, das alles zu veröffentlichen. Heute am 21.12.17 konnten wir nun mit Herrn S. persönlich sprechen. Was er uns erzählt hat, mehr morgen!

Dieser Beschluss wurde uns zugespielt :

Beschluss Matthias S

1 Kommentar zu "Matthias S. aus Halle – unschuldig in der Psychiatrie weil er betrügerische Handlungen nachweisen kann?"

  1. Ich bin inzwischen wieder aus der Psychiatrie entlassen, hatte während meines Aufenthaltes in der Psychiatrie noch Herzrhytmusstörungen mit einer Herzfrequenz von 250 Schlägen pro Minute und musste in die Notaufnahme der kardiologischen Universitätsklinik eingeliefert werden, die ich aber nach einem Tag wieder entlassen konnte. Nun muss ich noch mehrere Untersuchungen über mich ergehen lassen, bevor ich noch einmal am Herzen operiert werden muss. Die erste Herz-OP hatte ich 2015 wegen Vorhofflattern nachdem ich an der Anhörung des betrügenden Gutachters teilgenommen hatte.
    Nach wie vor passiert juristisch nichts. Der betrügende Gutachter und der strafvereitelnde Staatsanwalt laufen unbehelligt frei herum und gehen ihrer Arbeit nach, betrügen also vermutlich die nächsten Opfer und vereiteln die nächsten Straftaten.

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